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Interview mit Martin Wehrle


Herr Wehrle, viele Menschen sind froh, dass sie überhaupt Arbeit haben. Und da sprechen Sie von Gehaltserhöhung...

Martin Wehrle: Aus gutem Grund! Wer schlecht bezahlt wird, hat die Firma nicht von seinem Wert überzeugt. Er sitzt in der Krise auf einem wackligen Stuhl. Wer dagegen viel verdienen will, muss vorher bei den Chefs durch Selbst-PR punkten. Und sitzt sicher!

Wer mehr Gehalt will, kann bei Ihnen ein Gehalts-Coaching als Einzelberatung buchen. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?


MW: Ich habe die Gehaltsverhandlung aus zwei Perspektiven erlebt: Erst als Bittsteller – dann als Chef, der zu entscheiden hatte. Da gingen mir plötzlich die Augen auf! Ich habe meine eigenen Fehler wiedererkannt. Entscheidend ist, wie man sich verkauft.

Und die Idee mit dem Coaching?

MW: Ich habe früh Karriere gemacht. Bald haben mich Freunde vor Gehaltsverhandlungen um meinen Rat gefragt. Ich habe schnell gemerkt: Das funktioniert ja prächtig! Irgendwann haben mich völlig fremde Menschen angesprochen. So ging’s los.

Was bringt mir ein Gehalts-Coaching?

MW: Stellen Sie sich das so vor, als wenn Sie sich in einer juristischen Frage vom Rechtsanwalt beraten lassen: Er sorgt dafür, dass Sie alle Möglichkeiten nutzen – vor allem solche, auf die Sie als Laie nicht gekommen wären. Auch können Sie die ungewohnte Verhandlungssituation im Rollenspiel üben – damit Sie sich nicht um Kopf und Gehaltserhöhung reden.

Beim Prozess ist der Richter der unkalkulierbare Faktor – in der Gehaltsverhandlung der Chef?

MW: Unkalkulierbar in beide Richtungen. Ich habe auch schon erlebt, dass Arbeitnehmer offene Türen einrennen. Gerade bei hoch engagierten Spezialisten und Spezialistinnen heißt es dann: „Stimmt, Sie waren schon längst mal dran!“

Und die andere Richtung?

MW: Manche Chefs mauern. Darum übe ich mit meinen Klienten, wie sie die Abwehr der Vorgesetzten knacken können. Zudem mache ich in all meinen Gehalts-Coachings und -Seminaren klar: Wer mehr Gehalt will, muss notfalls bereit sein, es woanders zu holen. Bei einem Arbeitsplatzwechsel sind übrigens die größten Gehaltssprünge drin.

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